Flügel um Flügel, Kralle um Kralle

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Ein halbes Jahrhundert Königsschießen beim ESV Blau-Weiß

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Die neuen Schützenkönige während der Ehrung

Mit etwas Druck verschwindet die Patrone im Gewehr. Mit geübter Bewegung wird die Kammer verschlossen und die Büchse in den Anschlag genommen. Jetzt noch Zielen. Auf die Atmung achten. Und. Mit einem hellen, lauten Knall bricht der Schuss. Die Menge blickt angestrengt die 30 Meter bis zum Holz-Adler herunter. War es ein Treffer? Schwer zu sagen. So viel steht aber fest. Abgefallen ist der rechte Flügel nicht. Also wird weiter geschossen. Viele, viele Male noch an diesem Samstagnachmittag im Vereinsheim am Heinrich-Klenke-Weg.

Die Stimmung unter den mehr als 40 Schützen – es sind auch viele Jugendliche dabei – ist ausgelassen. Königsschießen ist schließlich nur einmal im Jahr.

Und dieses Königsschießen hat es in sich. Schließlich findet es heute genau zum 50. Mal statt. Der Vereinsvorsitzende Rudolf Mildner hat eine Spur Stolz in der Stimme, als er sagt: „Die Schießsportsparte des ESV Blau Weiß blickt heute auf eine Tradition zurück, die bereits ein halbes Jahrhundert alt ist. Das erfüllt besonders mich, nach all den Jahren, die ich bereits Vorsitzender bin, mit tiefer Freude.“

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Die Pokale und Königsketten

Es wird geschossen und geschossen und geschossen. Herren, Damen und Jugendliche kämpfen in unterschiedlichen Disziplinen. Doch sie alle haben eins im Blick: den Titel.

Nach eineinhalb Stunden sind die Königsvögel immer noch nicht erlegt. Die Schützenmenge braucht eine Pause. Bei Kaffee und Kuchen sitzen Jung und Alt beisammen und freuen sich gemeinsam über fünf Jahrzehnte Schießsport in Findorff. „Nach der Feier zu unserem Vereinsjubiläum im vergangenen Monat ist dies für mich der zweite Höhepunkt in diesem Jahr“, erklärt Rudolf Mildner und ergänzt: „Besonders freut mich, dass wir wieder so viel Nachwuchs haben.“

Doch heute geht es nicht nur um das Königsschießen. Heute werden auch die Vereinsmeister bekannt gegeben. Nadeln und lobende Worte für die sportlichen Leistungen folgen.

Und dann werden wieder Patronen in die Büchsen und Diabolos in die Luftgewehre geladen. Es geht den Holz-Adlern an den Kragen. Flügel um Flügel, Kralle um Kralle fällt. Dann, um 18.30 Uhr ist der letzte Königsvogel erlegt und die diesjährigen Schützenkönige stehen fest: Schützenkönig ist Jugendleiter Andree Müller – sein Vize ist Christian Wolf. Damenleiterin Christa Grunau ist neue Schützenkönigin und Jugendkönig ist Arno Middelberg. Anschließend wird noch ausgelassen gefeiert. Der letzte Blau-Weiße verläßt das Vereinsheim nach 22 Uhr.

Greifbare Geschichte

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Geschichte ist nur ein Wort. Sie ist etwas abstraktes. Sie lässt sich nicht fassen, nicht einfangen. Sie umgibt uns in jedem Augenblick. Doch erst, wenn sie geschehen ist, können wir damit beginnen, sie zu beschreiben und zu erkunden. Wenn es um Geschichte geht, kommen wir eigentlich immer zu spät. Und gerade deshalb war der 10. Oktober im Heinrich-Klenke-Weg etwas besonderes. Der große Saal war gefüllt mit vielen hundert Jahren Bremer Schützengeschichte.

Wenig Aufwand. Minimalistisch. So wollten die Mitglieder der Schießsportabteilung des ESV Blau-Weiß ihr 50-jähriges Bestehen eigentlich feiern. Doch bei der Zusammenkunft von so vielen Frauen und Männern, die dem Verein über so viele Jahrzehnte die Treue gehalten haben – naja, da konnte von „im kleinen Kreis“ nicht mehr die Rede sein. Bescheiden, mit Brötchen und Bier wurde gefeiert. Der passende Rahmen für einen gemeinsamen Rückblick auf Verienstraditionen, gemeinsame Erlebnisse und sportliche Höhepunkte. In seiner Rede brachte der erste Vorsitzende der Schießsportabteilung, Rudolf Mildner, die Aktivitäten vergangener Tage auf den Punkt: „Es gab kaum ein Wochenende, an dem wir nicht gemeinsam unterwegs waren.“

Der Applaus, den er für seine umfassende Betrachtung der Vereinsgeschichte erntete, war langanhaltend. Besonders die Anekdoten rund um den Bau des Vereinsheimes und die Kreativität bei den Kostenersparnissen sorgten bei seinen langjährigen Wegbegleitern für zahlreiche Lacher.

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Auch wenn die Blau-Weißen Schützen heute nicht mehr an die über 250 Mitglieder aus den Hochzeiten der Vereinsgeschichte herankommen, wurde an diesem Abend dennoch klar, dass die Schießsportabteilung nicht nur über eine bewegte Vergangenheit verfügt, sondern auch eine Zukunft hat. Neben den zahlreichen Altschützen waren auch viele Jugendliche gekommen, um ihre Schießsportabteilung zu feiern.

Trainieren für Norddeutsche- und Vereinsmeisterschaft

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Die Sommerpause ist vorbei, doch gefaulenzt wurde bei den Blau-Weißen Schützen nicht. Ganz im Gegenteil. Einige fleißige Bienchen kümmerten sich um eine defekte Heinzungsanlage und um kaputte Dachrinnen. Außerdem wurde ordentlich gemalert. Schwer ist es den Schützen nicht gefallen. Schließlich sind einige von ihnen ausgebildete Handwerker. Auch auf den Schießständen wurde gewerkelt. Die Luftgewehr- und Luftpistolen-Bahnen bekamen neue Zuganlagen. Zudem wurde eine neue Notausgang-Beleuchtung am Stand der Bogenschützen angebracht. „Zusätzlich wurde der ganze Verein grundgereinigt und alle Waffen sorgfältig überprüft“, erklärt der Vorsitzende Rudolf Mildner und ergänzt: „Die Sicherheit muss immer vorgehen. Besonders im Schießsport.“ Jetzt, nach der Sommerpause, kann … Weiterlesen

Freundschaft verglichen

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ESV Blau-Weiß besuchte den ESV Nienburg

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Es gibt Dinge, die sind fast ewig. Ewig, aber komischerweise überhaupt nicht angestaubt. Zum mittlerweile 47. Mal trafen sich die Schießsportabteilungen des ESV Blau-Weiß und des ESV Nienburg zum freundschaftlichen Pokalschießen. Diesmal bekamen die Nienburger Besuch aus Bremen. Rudolf Mildner, der Bremer Vorsitzende, ist bereits seit vielen Jahrzehnten Mitglied im ESV. Doch die Anfänge dieser Tradition kennt selbst er nur aus Erzählungen. „Es war ursprünglich ein Freundschafts- und Vergleichsschießen unter alten Eisenbahnern. Von denen, die schon beim ersten Treffen dabei waren, lebt aber heute keiner mehr. Ich war allerdings schon oft genug mit dabei, um sagen zu können, dass sich zumindest an der Freundschaft nichts geändert hat.“

Und tatsächlich, der gesamte Besuch war von großer Wiedersehensfreude geprägt. 16 Bremer waren mit dem Zug in Nienburg angekommen. Mit im Gepäck der Wanderpokal für das Vergleichsschießen. Ein schwerer Adler aus Metall. Den musste der ehemalige Schießsportleiter Henry Dolischka alleine tragen. Mit Schweiß auf der Stirn versprach er scherzend: „Den nehme ich heute aber nicht wieder mit zurück.“

Er sollte Recht behalten. Das Vergleichsschießen verloren die Bremer – wenn auch nur knapp. Der Wanderadler blieb in Nienburg. „Schön, dass Gewinnen bei diesen Treffen ohnehin nebensächlich ist“, sagte Rudolf Mildner und fügte hinzu: „Wir gönnen den Nienburgern den Sieg von Herzen.“ Übrigens: das Preisschießen funktioniert nach eigenen Regeln. Die Teilnehmer schießen traditionell nicht auf die 10, sondern auf die 1.

Bei der Hauptsache des Treffens, dem gemütlichen Klönen, gab es dann ohnehin keine Verlierer. Bei schönem Maiwetter wurde im Hof gegrillt und gespielt. Der Vorsitzende der Nienburger, Karl-Heinz Marsinger und seine Frau Anke hatten unter anderem das traditionelle Wett-Würfeln um Würste vorbereitet. Am Ende konnte auch fast jeder seine eigene Mettwurst mit nach Hause nehmen. Dafür musste nicht mal geschossen werden.

 

Pfeile fliegen auch in den Sommerferien

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Bogensportler des ESV machen keine Sommerpause

Die Kerbe des Pfeils passt genau. Die Sene wird zurückgezogen. Das Ziel fest im Blick. Dann fliegt das Geschoss surrend durch die Luft und trifft – mitten ins Schwarze.

Bogenschießen ist eine Mischung aus Kraft, Konzentration und Disziplin. Wer es erlernen möchte, hat in der Schießsportabteilung des ESV die Möglichkeit unter professioneller Anleitung die ersten Gehversuche zu unternehmen. Wer schon mit Pfeil und Bogen umgehen kann, ist natürlich auch willkommen. Und zwar das ganze Jahr über. Auch während der kommenden Sommerferien. Stefan Petersen, der Leiter der Bogensportabteilung, erklärt, warum: „Es würde einfach keinen Sinn machen, wenn die Bogensportler im Sommer frei machen, obwohl ja gutes Wetter ist.“

Die Bogen kommen jeden Dienstag von 18 bis 20 Uhr und an jedem Mittwoch von 17 bis 19 Uhr zum Einsatz. Teilnehmen kann übrigens jeder. Ganz gleich ob Erwachsener, Jugendlicher oder Kind.

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Bogenschützen 2017

Bogenschützen 2017